14. Dezember

14 Dez

Hey zusammen,

heute begrüßen wir ganz herzlich die Jung-Autorin Mia-Ann Steaward in unserer Mitte 🙂
Sie hat uns auch was tolles mitgebracht und was sollte das anderes sein, als eine schöne weihnachtliche Kurzgeschichte!

Das unverhoffte Weihnachtsglück

Der Morgen begann für Dave wie jeden üblich, nur es gab einen kleinen Unterschied. Es war Dezember geworden und überall auf den Straßen und Dächern lagen bereits einige Zentimeter Schnee. Alle Häuser und Vorgärten waren längst mit Weihnachtsdekorationen überhäuft – alle, bis auf Daves kleines Häuschen, das trist und verloren zwischen den prunkvoll geschmückten Häusern wirkte. Doch Dave war dies egal, was die Nachbarn dachten, denn Dave hasste Weihnachten und es gab für ihn keine schlimmere Zeit, denn er hatte vor einigen Jahren am Heiligabend bei einem schweren Verkehrsunfall seine Frau und seine fünfjährige Tochter verloren. Dave überlebte schwer verletzt aber seine Frau und die kleine Tochter waren sofort Tod.

Der Verlust riss ihm den Boden unter den Füßen weg, er zog sich komplett zurück, meldete sich nicht mehr bei Freunden oder der Familie, er wollte einfach nichts mehr von Weihnachten hören oder sehen. Früher liebte er Weihnachten, er begann bereits im November mit dem Schmücken des Hauses, weil er es einfach nicht mehr abwarten konnte, doch seit dem Unfall war alles anders und so begann sein Hass auf dass er früher einmal liebte. Er wurde von Jahr zu Jahr immer Jähzorniger und starrsinniger, er wurde ein richtiger Einzelgänger, der lebenslustige und fröhliche Mann war seit dem Unfall verschwunden, und übrig blieb ein verbitterter Mann, der gerade mal 39 Jahre alt war. Er wünschte sich jeden Tag, er könnte die Zeit zurückdrehen, oder einfach nicht mehr aufwachen, er gab sich immer noch die Schuld für den Unfall. Denn er wollte seine Liebste mit einem schönen Spaziergang und einem Eislauf auf dem zu gefrorenen und freigegebenen See überraschen, denn er wusste seine beiden Frauen liebten dies und freuten sich das ganze Jahr darauf. Doch diese geplante Überraschung zu Weihnachten zerstörte sein ganzes Leben. Seit jenem Tag hasste, und verfluchte er Weihnachten, er warf seine komplette Weihnachtsdekoration in den Müll, er hatte über Jahre viele Tausend Doller bezahlt, ihm war es egal denn seine Familie bezahlte mit ihrem Leben für seine Liebe zu Weihnachten, er hatte oft sein Leben riskiert und war auch Stammgast im städtischen Krankenhaus, weil er einen Stromschlag bekam oder vom Dach fiel wegen seiner Dekoration, doch das war ihm alles egal, alle Wunden heilten nur diese nicht.

Die Arbeit zog sich wie üblich, doch er hatte ein komisches Gefühl im Magen, er konnte es nicht beschreiben aber er war sich sicher etwas würde passieren, so musste er immer an seine Tochter Molly denken, die immer fest davon überzeugt war, dass es ein Weihnachtswunder gab und immer Menschen half, denen es nicht gut ging, egal ob sie krank oder arm waren. Das Wunder wandte sich immer denen zu die es am meisten brauchten. Dave dachte eine Weile darüber nach, doch kam zu keinem Ergebnis.

Auf dem nach Hause Weg sah er neben seiner Mülltonne einen kleinen Pappkarton stehen, er war sich sicher keinen Karton dort hingestellt zu haben, und seine Neugier trieb ihn dazu, rein zu schauen auch wenn er mit anderer Leute Müll rechnete, so vernahm er ein kleines Piepsen aus der Kiste. Im ersten Moment erschrak er, aber öffnete sofort den Karton und sah in die kleinen und gerade erst geöffneten Augen eines Katzenkindes. Es musste erst sieben bis acht Tage alt sein, da war Dave sich sicher,dies war sein kleines Weihnachtswunder, um das er sich kümmern musste, denn Molly wollte immer ein kleines getigertes Kitten haben und nun saß ein kleines Kitten vor ihm verlassen in dem Karton, weggeworfen von irgendjemand, dem egal war, ob es sterben würde oder es jemand findet. Aber wer öffnet schon einen Karton, der am Mülleimer steht? Wohl niemand – niemand außer Dave.

Also war das Problem mit dem Namen schon gelöst, doch wie sollte es weitergehen? Denn er hatte keine Ahnung wie man ein kleines Kätzchen großzieht und was man alles falsch machen konnte, er wusste wie man Kinder großzieht – zumindest teilweise, denn die meiste Arbeit hatte ja seine Frau. Aber Kinder konnten sich ab einem gewissen Alter verständigen oder zumindest drauf zeigen, wenn sie etwas wollten. Doch ein Kätzchen konnte dies leider nicht. Wie sollte er wissen, wann es was brauchte und de größte Frage war ja immernoch; Was braucht so ein Kätzchen überhaupt?.
Dave war sich bewusst, dass eine Katze viele Dinge benötigte, um glücklich zu sein, unter anderem eine Katzentoilette, Futter und Spielzeug, doch das Wichtigste war: Wie lange sollte er das kleine Kitten mit Milch füttern? Dave wusste noch, dass seine liebste kleine Molly nach ein paar Monaten auch andere Sachen außer Milch bekam, er hatte sich immer gewundert, wie Amanda – seine Frau – wusste, wann es Zeit war für andere Nahrung und nicht nur Milch. Amanda erklärte ihm, eine Mutter würde so etwas spüren.
Aber er war doch keine Mutter und auch dieses kleine Kitten war nicht sein Kind. Nur ein kleines Kätzchen, das niemand mehr wollte. Es war allein auf dieser Welt genauso wie Dave.

Kurzerhand beschloss er, sich um das kleine Kätzchen zu kümmern. Er war sich sicher er würde es schaffen, es kann ja nicht schwerer sein als bei Molly die Windel zu wechseln und das war schon eine Herausforderung. Leider konnte er jetzt nicht mehr bei Dr. Stark anrufen. Dr. Stark war der städtische Tierarzt, er hatte sich auch um Mr. Coob gekümmert, als er einen Barbie Schuh gefressen hatte.
Mr. Coop war Mollys erstes und auch letztes Meerschwein gewesen, auch Dr. Stark verstand nicht, wie Mr. Coop so etwas fressen konnte und das noch in einem ganzen Stück. Mr. Coop wurde Not operiert, aber die erhoffte Freude blieb bei Molly aus, ihr war mittlerweile ihr Meerschwein egal gewesen. Kinder eben. Erst wollen sie was haben und dann ist es plötzlich wieder langweilig. Dave schrieb sich eine Notiz und klebte sie gut sichtbar an seinen Kühlschrank, damit er es auch nicht vergessen konnte. Dieses System hatte Amanda eingeführt, und irgendwie fand er es jetzt ziemlich sinnvoll, denn Amanda konnte ihn ja nicht mehr daran erinnern. Also erinnerte er sich an ihr System und hoffte es würde klappen.

Er sah immer noch gedankenverloren auf die Uhr, bis er plötzlich sah, dass es bereits ziemlich spät geworden war und die Geschäfte auch bald schlossen, und er musste ja noch Milch und andere Dinge für klein Molly kaufen. Er legte das kleine Kitten auf das Sofa, es sah darauf noch kleiner und verlassener aus als es eh schon war. Er nahm seinen Autoschlüssel und eilte zum Wagen, in Windeseile fuhr er zur Mall um ein Tierfachgeschäft aufzusuchen. Damit er sich Kittengerecht eindecken konnte.

Er kam sich vor wie in einem Paradies für Haustiere, die schönsten und tollsten Bettchen und Spielzeuge, die man sich nur vorstellen konnte, doch für den Anfang sollten es dann nur eine Katzentoilette, ein weiches kuscheliges Bettchen und einen halben Einkaufswagen voll mit Spielzeug sein, der ja wie immer nicht eingeplant war, genauso nicht eingeplant wie die ganzen Süßigkeiten, wenn man mit seinen Kindern einkaufen geht
Endlich den Laden verlassen und zurück im Auto viel ihm ein er brauchte ja noch Milch den irgendwas muss das kleine Kitten ja trinken, er rannte in den nächstbesten Lebensmittelladen und kaufte erst einmal zwei Kartons Milch. So viel Milch hatten sie nicht einmal gekauft als die Familie noch intakt und glücklich war, aber er wollte alles richtig machen und es dem kleinen Kätzchen so angenehm wie möglich gestalten und dazu gehörte nun mal auch ein voller Magen.
Er fuhr in Windeseile nach Hause, denn er wollte das kleine Kätzchen nicht so lange alleine lassen, und das erste Mal seit Jahren freute sich Dave wieder auf das nach Hause kommen. Er fühlte sich seit Jahren nicht mehr alleine, sondern er wusste, wenn er nach Hause kam, dann war jemand zu Hause, der auf ihn wartete.

Als er frohen Mutes zuhause eintraf, traute er seinen Augen nicht, das kleine Kitten schaffte es in Windeseile das komplette Sofa voll zu pinkeln. Molly fand einen Weg auf den Wohnzimmertisch und warf alles Bewegliche runter. Dave hätte am liebsten nachgesehen, ob er sich nicht im Haus geirrt hatte, doch leider erkannte er seine Möbel und die Bilder aus glücklichen Tagen, die an der Wand hingen, so konnte er sich sicher sein er war im richtigen Haus. Bevor er anfing dieses Chaos zu beseitigen stellte er die Katzentoilette auf und füllte sie mit Katzenstreu, er hatte es kaum gefüllt, da kam klein Molly schon angetapst und probierte es aus.
Dave war verwundert, dass das Kitten die Toilette kannte, aber er hatte mal gelesen die lernen so was von ihren Ellter. Nun fiel ihm eine große Last von den Schultern, denn wie sollte er einem Kätzchen bei bringen wie man die Toilette benutzte? Bei Kindern war das ja noch recht einfach aber bei Katzen?! Da stellte er sich das noch schwieriger vor. Ach wäre doch nur Amanda hier. Sie wusste immer, was in einer solchen Situation zu machen wäre, sie kannte zu jedem Problem eine Lösung und sie wusste immer wo alles lag musste nicht erst lange danach suchen.
Die GrundOrdnung war nach einiger Zeit hergestellt und dank super Fleckentferner waren auch die Urinflecken von Molly Geschichte. Total erledigt fiel Dave aufs Sofa und schlief ein. Seit ewiger Zeit konnte er einmal richtig durchschlafen, nur das Einzige was ihn weckte war die kleine Molly, die eine weiter Magenfüllung forderte. Dave wankte noch leicht verschlafen in die Küche, um für Molly die Milch fertigzumachen, aber in seiner üblichen Schlaftrunkenheit schüttete Dave die Milch daneben, die ungehemmt auf seine nackten Füße lief, plötzlich spürte er ein Kitzeln an seinen Füßen, Molly fing an ganz genüsslich die Milch auf zu schlappern, die Dave verschüttet hatte.
Er hob Molly auf und setzte sie auf die Arbeitsfläche, ehe er sich bückte, um die Milch aufzuwischen. Während Dave damit beschäftigt war seine Sauerei zu beseitigen tobte sich Molly auf der Arbeitsfläche aus, denn sie hatte eine Motte entdeckt, der sie jetzt versuchte nach zu jagen, in ihrer Tollpatschigkeit warf sie ein Glas mit Cola um, das direkt über Dave lief, er wollte mit Molly schimpfen, weil sie dieses Chaos anrichtete, doch als er sie in seinen riesigen Händen hatte sah sie ihn mit ihren großen Kulleraugen an und er wusste sofort, er konnte ihr nicht böse sein so sehr er es auch versucht hatte.

Nachdem er Molly gefüttert hatte, legte er sie in ihr neues Bett direkt neben sich. Auch wenn er ins Bett ging, trug er Molly samt kleinen Bettchen nach oben ins Schlafzimmer. Die Tage vergingen und ein Chaos folgte dem nächsten, sie hatte es geschafft in die Toilette zu fallen, Dave weiß, bis heute nicht wie Molly das geschafft hatte. Aber trotz dem vielen Chaos war er froh darüber das sie ihn sein Leben kam.

Dave besorgte nun endlich wieder einen Weihnachtsbaum, er bekam einen besonders schönen Platz. Nach all den Jahren wollte er selbst wieder einen haben, er hatte ihn kaum aufgestellt und geschmückt da fing Molly auch schon an, die unteren Kugeln zu zerdeppern.
Aber auch diesmal konnte er dem kleinen Kätzchen nicht böse sein.
Es waren nur noch 3 Tage bis Heiligabend und er spürte die Einsamkeit. Trotz Molly fühlte er sich einsamer als je zuvor. Er griff, ohne viel nachzudenken nach dem Telefon und rief die komplette Verwandtschaft an und lud sie für Heiligabend ein. Ohne einmal nachzufragen, woher der plötzliche Sinneswandel kam, willigten sie ein.
Dave wusste sein Sinneswandel kam nicht von ungefähr. Er hatte einen Grund und dieser kleine pelzige Grund saß auf seinem Schoss und schaute ihn mit großen Kulleraugen an. Es war das, was Dave die ganze Zeit gebraucht hatte, jemand der ihn brauchte, und um den er sich kümmern konnte und dies hatte er in Molly gefunden.

*seufz* Auch wenn es kitschig ist, aber Happy Ends sind doch was schönes Vielen lieben Dank liebste Mia 😀


Hinweis zu den Grafiken / Fotos und Texten:
Die Grafiken des Kalenders (Türen + Animation) sind von mir erstellt! Die Grafiken in den Türen sind gezeichnet von Greif Cartoon! Die Fotos sind vom jeweiligen Gastblogger!
Die Bild- und Textrechte liegen allein beim jeweiligen Ersteller / Fotograf!

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