6. Dezember

6 Dez

Hallo zusammen,

unser heutiger Gastredner ist ein wortreicher Freund, den mein Mann und ich zufällig durch einen Verkauf über ebay-Kleinanzeigen kennen- und liebengelernt haben 😀 Ich freute mich sehr, dass er direkt losgeschrieen hat, als ich zum Kalender aufgerufen habe. 😉

Er ist kein Blogger, aber aktiver Facebooker – allerdings nicht in einer hier sonst vertretenen Kategorie – er ist Musiker (Liedermacher), (Produkt)Texteschreiber und angehender Politiker.

Aber was rede ich – lernt ihn einfach selbst kennen – er hat uns eine kleine Geschichte mitgebracht :D:

Meine Führerscheinprüfung im Zeichen des Nikolauses

Schon die Fahrschule war nicht ganz ohne Probleme abgelaufen. Mein Fahrlehrer wurde ca. 8 Stunden vor der Abschlussprüfung entlassen und ich musste zum „Alten“. Der Chef der Fahrschule war nebenberuflich Schlichter im Dorf. Eine Persönlichkeit, deren Aura ganz gewaltig bis auf meine Fahrerseite reichte. Plötzlich war ich nervös. Und dann habe ich auch noch Stunden verschenkt, weil ich beim Umsatteln auf Winterstiefel das Anfahren am Berg nicht mehr hinbekam.

Kurz und gut, am Nikolaustag 1985 stand die Fahrprüfung an, die über den Lappen entscheiden würde. An sich konnte ja nicht viel passieren. Die Fahrschule hatte im Umkreis von 50 km um Osnabrück die mit Abstand niedrigste Durchfallquote von 4 Prozent! Die Statistik war an dem nasskalten Morgen leider nichts wert, denn als ich dran kam, teilte mir mein Fahrlehrer mit, dass meine drei Vorgängerinnen bereits durchgefallen waren. Der Fahrprüfer galt als harte Nuss und es war Nikolaus!!!

Die ersten 20 Minuten fuhr ich fehlerfrei. Dann hat mir der Fahrlehrer geholfen, was der Prüfer hinten im Golf nicht sehen konnte. Ich kam mitten in der Innenstadt bei einer vierspurigen Straße auf eine kurze Linksabbiegerspur und es wurde Gelb. Genauso gelb, wie wir es in der Fahrschule gelernt haben: „Dann musst DU entscheiden, ob es noch passt oder nicht.“ Im Augenwinkel sah ich, wie sich die auf seinem Schoß liegenden Hände des Fahrlehrers verkrampften und hielt an. Die Hände entkrampften sich.

Dann sind wir durchs Hafenviertel gefahren. Die einzige Straße in ganz Norddeutschland, die wir in der Fahrschule nicht befahren haben… Kleine Straße, Kopfsteinpflaster, es geht auf eine Querstraße zu, Vorfahrt achten, ich schaue links, von dort kommt ein Käfer Cabrio und biegt in meine Straße ein und ich fahre sanft nach rechts in die übergeordnete Straße.

Wir wussten alle, dass ich die Vorfahrt des Käfers nicht bemerkt hatte. Wäre der geradeaus gefahren, hätte es geknallt. Meinen Blick links deutete der Prüfer als „Seitenflankenschutzblick“ und ließ mich die Stelle noch mal fahren. Diesmal hatte ich alles souverän im Griff und ließ mir nichts anmerken.

Zu guter Letzt musste ich noch „Rückwärts-einparken“ demonstrieren. Da kann man sich gemeine Aufgaben einfallen lassen. Mein Prüfer war sehr gnädig. Es geschah auf einer irrsinnig breiten Siedlungsstraße mit Parkstreifen, Radweg und Fußgängerweg, wo ich hinter einem Wohnanhänger rückwärts einparken sollte. Also nicht eng zwischen zwei Fahrzeugen, sondern allein auf weiter Flur hinter dem Wohnanhänger. Während sich Prüfer und Lehrer über die Frage unterhielten, ob der offensichtlich nicht angemeldete Wohnanhänger da überhaupt stehen durfte, blieb ich beim ersten Zurücksetzen halb auf der Straße, steuerte beim zweiten Versuch das Gebüsch jenseits vom Fußgängerweg an und schaffte es im dritten Anlauf, leicht schief, aber passend zu stehen.

Als mir der Prüfer nach Ende der Tour den Schein nach vorn reichte und ausstieg, gab mir der alte Fahrlehrer die Hand, während man das Geräusch eines Felsbrockens hören konnte, der gerade 1000 km in eine Schlucht gefallen war.

Bis heute hänge ich an dem grauen Lappen.

Gegen die Fahrprüfung meines Onkels in den 60ern komme ich natürlich nicht an. Der fuhr los, nach 200 m rannte eine Frau vors Auto, er wich aus, landete in der gläsernen Front eines Geschäftes und hatte seinen Schein.

2 von vielen Fahrzeugen, die ich gern gefahren habe. Beide sind zum Glück noch in unserem Besitz und kommen irgendwann wieder auf die Straße.

Vielen lieben Dank Heinz, dass Du uns an Deinen Erinnerungen / Erlebnissen teilhaben lässt

niko


Hinweis zu den Grafiken / Fotos und Texten:
Die Grafiken des Kalenders (Türen + Animation) sind von mir erstellt! Die Grafiken in den Türen sind gezeichnet von Greif Cartoon! Die Fotos sind vom jeweiligen Gastblogger!
Die Bild- und Textrechte liegen allein beim jeweiligen Ersteller / Fotograf!

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