Aufgesetzten

7 Okt

oder: Sach mal, weisst Du eigentlich, wie Likör gemacht wird?

Meine Mutter ist ein sog. Nachkriegskind gewesen. Ihre Generation hat gelernt zu sammeln, horten und konservieren – auch ohne TK-Truhe.
Das hat sie zeitlebens nicht vergessen und im Prinzip uns Kinder weitergereicht bzw. vermittelt – allein schon durch ihren Drang einen Garten mit Obst und Gemüse haben zu müssen. So kam es, dass ich als Großstadtkind (Wuppertal) doch sehr ländlich aufgewachsen bin, denn wir hatten immer einen Garten – erst im Kleingartenverein, dann ein eigenes Grundstück, weil der Verein einfach nur Scheiße war und dann ein (Ferien)Haus in Ostfriesland, wo wir jedes Wochenende und jede Ferien waren. Ätzend als Jugendliche – aber das nur als Randbemerkung 😉

Also, wir hatten also immer Obst und Gemüse in Verarbeitung: Säfte, Einkochen, Kompott – und auch Alkohol – sog. Aufgesetzter oder wie man heute sagen würde: Likör 😉

Bei Chefkoch findet man viele Rezepte, wenn man Likör eingibt und irgendwie sind da einige bei, da frag ich mich nur: Warum so kompliziert? Schnaps machste doch eigentlich ganz einfach: Früchte, Kandis, Schnaps – stehen lassen – fertig. Warum erst nen ZuckerSirup herstellen? Und warum die guten Früchte abfiltern? Was soll man dann mit dem Prött machen?

Nun gut, dachte ich mir also, dass ich Euch einfach mal erzähle, wie wir „damals“ Aufgesetzten / Likör gemacht haben:

Meine Mutter hat meist schwarze Johannisbeeren oder Brombeeren gepflückt, entstielt und gewaschen, Himbeeren wurden dann auch genommen – und immer alles schön Sortenrein 😉

Dann nahm sie eine Flasche – egal was für eine – und füllte sie ungefähr zu 1/3 mit den Beeren. Darauf kam dann halbsoviel Kandis – um die Früchte zu beschweren ;). Aufgefüllt wurde das ganze dann immer mit billigem Klaren – nix anderes kam ihr in die Flasche – Experimente schmecken nicht 😀

Naja, so war meine Mutter – ich nicht 😉

Mein erster Aufgesetzter war „Dirty Harry“ – Lakritzlikör:
Harte LakritzBonBons wie Sallos oder Türkischer Pfeffer (oder beides 😉 ) mit Wodka (ich liebte das Zeug^^) – Yammi, wenn man Lakritz mag 😉

Heute hab ich mal wieder eine kleine Flasche (0,5l) Lakritz angesetzt:

1 Flasche 0,5l
1/2Tüte Türkischer Pfeffer
Klarer

Die BonBons in die Flasche füllen – einfach so, müssen nicht zerkleinert werden, wenn sie denn in die Öffnung passen 😉 Mit Klarer auffüllen – und im Schrank vergessen 😉 Vllt. sich ab und an mal dran erinnern und schütteln 😉

Bei wem es schnell gehen muss: Die BonBons zerkleinern, in die Flasche geben, Schnaps drauf und schütteln, bis sich alles gelöst hat.

Hinweis: Jedes harte BonBon (also keine Weingummis nehmen!) kann man so zu einem Schnaps verarbeiten 😉 – ich empfehle bei BonBons klaren Alkohol zu nehmen, also Klarer, Korn oder Wodka 😉

**************

Kommen wir nochmal zu den FruchtLikören:

Ich habe Euch letztens von Pflaume erzählt – es gibt Früchte, da passen Gewürze ganz wunderbar zu. Z.B. auch Äpfel oder Birnen 😉

Fragt einfach Euren Bauch, was Euch schmeckt:

  • Brandwein mit Kirsche und Mandelaroma?
  • Rum mit Apfel und Zimt?
  • Wodka Pflaume?

Man kann so schön variieren – und nichts ist falsch, sondern nur eine weitere Erfahrung, ein weiterer Geschmack 😉

Versucht mal (hab ich heute angesetzt) Apfel, Zimt, Rum und Amaretto – aufgefüllt mit Klarer (hört sich ekelig an, ich weiß, aber Rum und Amaretto sind nur für das Aroma mit drin).

Große Früchte müssen natürlich klein geschnitten werden – man muss dann während der Wartezeit drauf achten, dass die Früchte immer im Alkohol sind und nicht oben raus schaun – sonst kann es schimmeln und alles war für´n Eimer. Fertig ist der Aufgesetzte, wenn Ihr meint, dass die Farbe toll ist und die Früchte ihr Aroma an den Alkohol gut abgegeben haben – Probieren ist also mehr als nur erlaubt 😉 Aber frühestens 3 Wochen nach Befüllung^^

Kommen wir auch nochmal auf meine Frage wegen der Früchte zurück:

Nichts darf verkommen 😉 – also entweder den Likör mit Früchten servieren, sie bei einem schönen Dessert verwenden oder einfach mit in Kuchen packen – bis zur endgültigen Verwendung empfiehlt es sich die Früchte entweder im Alkohol zu lassen oder (wenn dieser leer ist) einzufrieren – Beachtet: Von einem wirklichen gefrieren kann nicht so ganz die Rede sein, denn sie sind schliesslich voller Alkohol 😉
Man kann die Früchte auch beim nächsten Marmelade / Kompott kochen mit verwenden 😉

Ich hoffe Euch ein paar Ideen und Anregungen gegeben zu haben 😀

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